Rezension

Die Frauen von Skagen | Stina Lund

3. Januar 2020
Die Frauen von Skagen

Inhalt

Skagen, Ende des 19. Jahrhunderts: Marie Triepke stammt aus einer wohlhabenden Familie, die ihrer Tochter eine künstlerische Laufbahn ermöglicht, obwohl dies zur damaligen Zeit schier undenkbar schien. Unter der Aufsicht ihrer jungen Gesellschafterin Asta darf sie einen Kunstunterricht besuchen, bei dem sie den charismatischen Maler Peder Severin Krøyer kennenlernt. Damit beginnt eine dramatische Liebesgeschichte, die Maries und Astas Leben verändern wird, sondern auch Einfluss auf die bildende Kunst Europas haben wird..

Skagen 2018: Die junge Vibeke liebt Kunst, sie möchte unbedingt Malerei studieren und nicht die Farbenfabrik ihres Vaters in Hamburg übernehmen. Durch dir Hilfe ihrer ebenfalls kunstbegeisterten Mutter zieht es sie nach Skagen, um dort Malerei zu studieren. Um ihr Studium zu finanzieren, kellnert sie in einem Cafe. Dort entdeckt sie ein unbekanntes Bild, das, so vermutet sie, von der von ihr sehr geschätzten Malerin Marie Krøyer stammt. Zusammen mit dem Besitzer des Cafes, Thore, versucht sie das Rätsel zu entschlüsseln.

Erster Satz

Eigentlich konnte Asta Marie nicht leiden.

Eigene Meinung

Stina Lund hat mit „Die Frauen von Skagen“ einen wunderbaren Roman geschrieben, der sich mit den sogenannten Skagen Malern beschäftigt. Einer skandinavischen Künstlergruppe, deren Skagen-Bilder durch eine ganz besondere Lichtkomposition bestechen, denn dieses einzigartige Licht und die daraus resultierenden klaren und atemberaubenden Farben gibt es nur in dieser dänischen Kleinstadt hoch oben in Nordjütland.

Mit ihrem klaren, fließenden Erzählstil und den herrlichen Landschaftsbeschreibungen ist man in Skagen dabei, sowohl in der Vergangenheit als auch heute. Stina Lund hat diese Magie perfekt eingefangen. Ich war schon ein paar Mal in Skagen, es ist einfach unglaublich schön dort zu sein, auch das Kunstmuseum ist klasse.

Sie nimmt den Leser mit in die 1880 er Jahre zu diesen berühmten Skagen Malern, mit auf ihre Reisen, aber auch in die Künstlerkolonie in Skagen selbst. Demgegenüber steht in einem zweiten Handlungsstrang die junge Vibeke, die Malerin werden möchte und im Skagen des 21. Jahrhunderts eine Kunstakademie besucht. Die beiden Geschichten fließen gekonnt ineinander, ich konnte gerade durch die Gegenwartsgeschichte auch die Kunstleidenschaft der Skagen Maler besser verstehen. Anhand von Vibekes Gefühlen und Emotionen kann man sehen, wie wichtig es für einen Künstler ist, malen zu dürfen. Es gibt einfach keinen anderen Weg.

Stina Lund ist mit „Die Frauen von Skagen“ ein eindrucksvoller und einfühlsamer Künstlerroman gelungen, der historische Fakten gekonnt mit schriftstellerischen Freiheiten verknüpft. Für mich sind die Maler P.S. Krøyer und seine Frau Marie oder Michael Ancher lebendig geworden, so könnten sie in der Künstlerkolonie gelebt und gearbeitet haben. Ich bin ein großer Fan dieser Künstlergruppe und ich finde die Autorin hat das Besondere an ihren Arbeiten hervorragend dargestellt.

Fazit

Leuchtend hell wie das Licht in Skagen


DIE FRAUEN VON SKAGEN

Autorin: Stina Lund
Seitenzahl: 336
Erschienen: 19.11.2019
Verlag: Rowohlt polaris
ISBN: 978-3-499-29188-3
Preis: 16,00 €


Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Zwerghuhn

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