Veranstaltung

Neuer Tag, neue Liebe – Tag 2 | lit.Love 2018

14. November 2018

Nach dem sagenhaften ersten Tag auf der lit.Love voller neu gewonnener Eindrücke, Begegnungen und Erlebnisse war für uns eigentlich insgeheim klar, dass der Sonntag mit dieser Fülle niemals auch nur ansatzweise würde mithalten können. Doch wie sollte es anders sein, wurden wir eines Besseren belehrt.

Die lit.Love geht weiter!

Der herbstlich kalte Sonntagvormittag begann mit einem interessanten Talk zum Thema Fiktion und Wahrheit im historischen Liebesroman, wo Catherine Aurel, Petra Durst-Benning, Maria Nikolai und Bettina Storks unter anderem von ihrer Recherchearbeit und der Zeitlosigkeit des historischen Romans erzählten. Als Leser wolle man sich gerne in andere Welten wegträumen und den Alltag ausblenden, so Catherine Aurel, wofür alte Zeiten, wie etwa das Mittelalter, besonders gut geeignet seien. Die meisten zeitgenössischen Bücher, wie Petra Durst-Benning sehr anschaulich am Beispiel des mittlerweile befremdlichen Fax-Geräts aufzeigte, sind in einigen Jahren veraltet, wohingegen ein Ken Follett Jahrzehnte später immer noch eine große Leserschaft findet.

Danach ging es für uns zum nächsten Gespräch, dieses Mal mit der sympathischen Britin Rosie Walsh, die nahezu über Nacht zum aktuellen Shootingstar der Buchszene wurde. Hochschwanger rief sie nach ihrem Pilateskurs ihre amerikanische Agentin zurück, die ihr in freudiger Hysterie mitteilte, sie solle sämtliche Pläne für die nächsten zwei Tage canceln, stattdessen stünden Telefongespräche mit zahlreichen an ihrem Manuskript interessierten Verlagshäusern an. Auf der Londoner Buchmesse wurde „Ohne ein einziges Wort“ schließlich in sage und schreibe 32 Länder verkauft, doch die frischgebackene Mutter eines Sohnes, die unter dem Pseudonym Lucy Robinson neben einer Dating-Kolumne in der Zeitschrift Marie Claire bereits vier Romane veröffentlicht hat, traf der immense Erfolg dennoch vollkommen unvorbereitet. Im Gespräch wird deutlich, was für ein selbstloser Mensch Rosie ist, die sich tatsächlich schuldig fühlt, weil ihr all die Aufmerksamkeit zuteilwird. Anstatt den höheren Kontostand auszunutzen, spendet sie jedes Mal exakt die Summe für Wohltätigkeitsorganisationen, für die sie sich selbst etwas Gutes tut, wie beispielweise einen Spa-Besuch, was ihr jede Menge Sympathiepunkte des Publikums einbrachte, wie auch ihre eigene märchengleiche Liebesgeschichte mit dem Mann, der angerufen hat. 

Während das Zwerghuhn im Anschluss den fesselnden Ausführungen von Catherina Aurel zur Recherche ihres Buches „Grimaldi – Der Fluch des Felsens“ im Rahmen der zugehörigen Lesung lauschte, begab ich mich auf Autogramm-Hunt, um beispielweise die zauberhafte Rosie Walsh persönlich kennenzulernen. Mit den erbeuteten Signaturen im Gepäck bin ich dem schallenden Gelächter gefolgt und konnte so den Endzügen der Lesung von Sophie Kinsellas herrlich witzigem „Muss es denn gleich für immer sein?“ zuhören. Neben ihrer Hassliebe zu Überraschungen – die heimliche Geburtstagsparty für ihren Mann sei super gelungen, während sie einmal zu schmale, teure italienische Schuhe gekauft hatte, die sie daraufhin drei Jahre lang vorwurfsvoll aus dem Schuhregal anstarrten – erzählte Sophie von ihrem neuen Buch „Dich schickt der Himmel“, das im Juli nächsten Jahres erscheinen soll, ich aber natürlich am liebsten gleich gelesen hätte.   Genossen die meisten in der Mittagspause die kurze Verschnauf- und Essenszeit, ergatterten wir einen der wenigen Plätze im Wintergarten, wo eine zwanzigminütige Buch-Yoga Session stattfinden sollte. Bei Elementen wie etwa dem Buch-Sonnengruß und dem Buch-Tanz-Krieger konnte man die Seele baumeln lassen, sich entspannen und neue Energie für das anstehende Programm mobilisieren. Eine klasse Idee, wenngleich die Räumlichkeiten auch sehr begrenzt waren.

Da der Tag bisher sehr talklastig war, wollten wir uns nunmehr bei einer Lesung berieseln lassen, wofür Amelie Frieds„Paradies“ perfekt war, zumal das Zwerghuhn ein großer Fan der deutschen Bestsellerautorin ist. Ehe man sich versah, wurde man auf eine spanische Insel entführt, wo man erste Einblicke in das Leben der vier Protagonistinnen gewinnen konnte, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnte und doch eine Gemeinsamkeit hat: Jeder ist auf der Suche nach Ruhe und sich selbst, manchen scheint das eher bewusst zu sein als anderen. 

Konnten wir im Laufe der vergangenen Veranstaltungen beobachten, wie jede Autorin das Publikum auf ihre ganz eigene Art und Weise begeistert hat, so gelang es Kate Morton mit ihrem herzlichen und offenen Wesen innerhalb kürzester Zeit das Publikum in ihren Bann zu schlagen. Im Interview mit Anouk Schollähn gab die unglaublich höfliche und zugleich bezaubernde Australierin interessante Einblicke in ihren Schreiballtag und erzählte einige Anekdoten aus ihrer Kindheit und Jugendzeit. So besaß ihre Mutter beispielsweise ein Antiquitätengeschäft, für das sie einmal sogar eine ganze Kirche kaufte, die auf zwei Lastern zum Morton’schen Grundstück transportiert und dort erneut aufgebaut sowie neu gestrichen wurde. Vorbeikommende Paare fanden diese Kirche wunderschön und wollten sich dort das Ja-Wort geben – fortan war Familie Morton auch im Hochzeitsgeschäft tätig. 

Das Wochenende voller toller Erlebnisse, Begegnungen, neuer Inspirationen und vielfältigen Eindrücken haben wir schließlich bei der gemütlichen Lesung von Anne Sanders zu ihrem neuen Roman „Sommerhaus zum Glück“ ausklingen lassen, die uns mitnahm auf eine Reise nach St. Ives.  

Abschließend möchten wir uns bei allen Autorinnen, die sich so viel Zeit für ihre Fans genommen haben und auch bei der letzten Signatur und dem letzten Foto noch unglaublich herzlich und freundlich waren, bedanken. Der größte Dank gebührt jedoch den Organisatoren der lit.Love, die dieses grandiose Festival nunmehr zum dritten Mal auf die Beine gestellt haben: Danke für dieses Wahnsinnswochenende!

Liebe Grüße

Kathiduck

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4 Comments

  • Reply ღ Sheena S. ღ 14. November 2018 at 7:56

    Liebe Kathi,
    Danke für diesen tollen Bericht mit den schönen Fotos =)
    Klingt nach einer sehr schönen Zeit auf der Lit.Love

    LG Sheena

    • Reply Lesendes Federvieh 14. November 2018 at 9:45

      Liebe Sheena,

      sehr gerne! Als ich den Beitrag getippt habe, ist die lit.Love förmlich nochmal vor meinem inneren Auge abgelaufen. 😀

      Ja es war soooo toll!! 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Kathi

  • Reply Katja Ezold 14. November 2018 at 10:51

    Liebe Kathi,
    jetzt hab ich doch gleich mal einen Gegenbesuch gestartet. Danke für den tollen Bericht über die lit.love.
    Liebe Grüße
    Katja

    • Reply Lesendes Federvieh 18. November 2018 at 18:11

      Hallo liebe Katja,

      schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast! 🙂

      Herzliche Grüße,
      Kathi

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