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REZENSION zu Ein Himmel voller Bücher

15. August 2018

Buchinfo


Titel: Ein Himmel voller Bücher
Originaltitel: The Bookshop of Yesterdays
Autorin: Amy Meyerson
Seitenzahl: 304
Erschienen: 04.06.2018
Verlag: HarperCollins
ISBN: 978-3-95967-162-0
Preis: 12,00 €


An dieser Stelle geht ein herzliches Dankeschön an den HarperCollins Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Inhalt


Miranda Brooks geht ihrem normalen Leben als Geschichtslehrerin einer achten Klasse nach, bis sie eines Tages eine alte Ausgabe von William Shakespeares „Der Sturm“ und eine bunte Postkarte aus Malibu mit einer rätselhaften Botschaft darauf per Post erhält. Kurz darauf erreicht sie die Nachricht des Todes ihres Onkels Billy, der sich vor knapp 16 Jahren nach einer Auseinandersetzung mit Mirandas Mutter von der Familie abgewandt hatte, und von dem sie seitdem kein Sterbenswörtchen mehr gehört hat. Als sie klein war, hat er Miranda Rätsel stets aufgegeben und mit ihr die tollsten Abenteuer erlebt. Nun scheint er eine letzte Schnitzeljagd für Miranda vorbereitet zu haben, die ihr das sagen soll, was er ihr zu Lebzeiten aus vielerlei Gründen nicht selbst erzählen konnte. Miranda folgt den Botschaften und der Spur der Bücher, die sie in die ihr vermachte Buchhandlung „Prospero Books“ führt und ihr Leben dabei von Grund auf ändert.

Erster Satz


„Das letzte Mal, als mein Onkel mich besuchte, schenkte er mir einen Golden Retriever mit traurigen Augen und herzförmiger Nase.“


Eigene Meinung


„Ein Himmel voller Bücher“ ist wohl der Traum eines jeden Buchliebhabers, den Amy Meyerson in ihrem Buch mit selbigem Titel auf knapp 300 Seiten auf mitreißende Art Wirklichkeit werden lässt. Allerdings waren die ersten Seiten alles andere als fröhlich, denn sie erzählen von Mirandas glücklichen Momenten mit ihrem Onkel Billy auf einer seiner zahlreich für sie ausgedachten Schatzsuchen, die jäh enden, als er von einem Tag auf den anderen aus ihrem Leben verschwindet. Besonders für ein zwölfjähriges Mädchen, das solch ein inniges Verhältnis zu ihrem Onkel hatte, muss dieser Verlust absolut schrecklich gewesen sein, zumal ihr keiner eine Antwort auf sein plötzliche Verschwinden geben will und man Billy stattdessen mit keinem Wort mehr erwähnt. Miranda hat diesen schweren Verlust nie ganz verwunden, wie sie insgeheim auch weiß, deshalb lässt sie in ihrer neuen Heimat Philadelphia alles stehen und liegen, um nach Los Angeles zur Beerdigung ihres Onkels zu fliegen und seinen Hinweisen zu folgen. Spätestens als Billys Buchhandlung „Prospero Books“, die er Miranda vererbt hat, zunehmend den Handlungsmittelpunkt der Erzählung bildet, habe ich mich in dem Buch pudelwohl gefühlt und saß buchstäblich in dem kleinen, gemütlichen Café in dem Buchladen und habe bei der ein oder anderen heißen Schokolade das Buch genossen. Manche Leser würden vielleicht kritisieren, die Handlung plätschere so vor sich dahin, doch in meinen Augen macht genau diese Tatsache das Buch so authentisch und lesenswert. Ich hätte es als ziemlich unrealistisch empfunden, wenn Miranda von einem Hinweis zum nächsten gehetzt wäre, denn das wäre entgegen Billys Absicht gewesen. Jedes Rätsel verweist auf einen Klassiker der Weltliteratur, der Miranda teils ohne ihr Wissen, positiv in ihrem Denken und Handeln beeinflusst und ihr gleichzeitig aufzeigt, wie man mit dem Gefühl des Verlusts, mit Trauer und vor allem mit neuen Herausforderungen umgehen kann. Das große, düstere Familiengeheimnis habe ich zwar ab einem gewissen Punkt geahnt, aber ich finde dennoch, dass es sehr schön aufgelöst wurde und die zugrunde liegende Tragödie nicht dem häufig verwendeten Autounfall-Klischee entspricht, bei dem der Fahrer als Einziger überlebt. Erwähnenswert sind auch die detailliert ausgearbeiteten Nebencharaktere, die der Erzählung mit ihren individuellen Geschichten und ihren herzerwärmenden Charakterzügen den besonderen Glanz verleihen. Speziell vor den Mitarbeitern der Buchhandlung habe ich großen Respekt, denn sie bemühen sich mit jeder Menge Kreativität und tatkräftigem Einsatz zu verhindern, dass „Prospero Books“ wie so viele Läden zuvor dem Aussterben der kleinen Buchhandlungen zum Opfer fällt. 


„Ein Himmel voller Bücher“ ist eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher, der Buchhandlungen und des Lesens, das besonders durch die zahlreichen Verweise auf klassische Werke wie beispielsweise William Shakespeare, Mary Shelley und Jane Austen sowie die originellen Charaktere die optimale Grundlage für angenehme Lesestunden zum Dahinschwelgen schafft.


Bewertung

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